Infos und Tipps

Braunschweiger Modell

Rad- und Fußverkehrsförderung an der TU

Seit der Einführung eines Semestertickets an der Universität Darmstadt hat sich die Idee, den Studierenden einen Anreiz zum Umsteigen auf den ÖPNV zu bieten, an vielen Universitäten etabliert. In Braunschweig suchte das Verkehrsreferat des AStA, die Fahrrad- und Verkehrs-AG (FVAG), nach einer Möglichkeit, nicht nur den ÖPNV, sondern den gesamten Umweltverbund – also auch den Rad- und Fußverkehr – zu fördern.

Aus diesem Ansatz erdachte die FVAG im Wintersemester 91/92 als Weiterentwicklung des Darmstädter Modells das sog. Braunschweiger Modell. Ergebnis: Das Semesterticket wird durch eine gezielte Förderung des Rad- und Fußverkehrs „erweitert“, dafür bezahlen die Braunschweiger Studierenden zusätzlich 3,00 EUR im Semester.

An der TU Braunschweig ist der Anteil der Studierenden, die die umweltverträglichsten Verkehrsmittel Fahrrad und eigene Füße für den Weg zur Hochschule benutzen, mit etwa 70% erfreulich hoch. Damit das so bleibt, und damit sich der Modal-Split noch stärker zugunsten des nichtmotorisierten Verkehrs verschiebt, sollen die Bedingungen für den Rad- und Fußverkehr verbessert und für Noch-AutofahrerInnen Anreize zum Umsteigen geschaffen werden. Das Semesterticket allein wird diesem Anspruch nicht gerecht. Von den 3,00 EUR Semesterbeitrag wird eine Personalstelle sowie ein Sachmitteletat für die Arbeit der FVAG finanziert. Der Angestellte koordiniert die ehrenamtliche Arbeit in der FahrradSelbsthilfeWerkstatt und organisiert deren Betrieb, außerdem vertritt er als Verkehrsbeauftragter die Interessen der radelnden und zu Fuß gehenden Studierenden.

Verkehrspolitik

Die Fahrrad- und Verkehrs-AG: Lobby für den nichtmotorisierten Verkehr Zu Fuß Gehen und Radfahren ist die häufigste Form der Fortbewegung auf dem Campus. Dass der Fuß- und Radverkehr besonders umweltverträglich - was den Aufwand an nichtregenerierbarer Energie, den Flächenbedarf und die Lärmbelästigung betrifft - und daher förderungswürdig ist, ist offensichtlich. Dennoch wird Verkehrsplanung hauptsächlich aus der Windschutzscheibenperspektive betrieben, Autofahrer planen für Autofahrer.

Der Rad- und Fußverkehr wird als lästige Erscheinung betrachtet, die den reibungslosen Ablauf des motorisierten Verkehrs behindert und die sich an die Ansprüche des motorisierten Verkehrs anzupassen hat. Eine Umkehr dieses jahrelangen Selbstverständnisses ist dringend notwendig, wenn wir nicht den endgültigen Kollaps unseres Lebens-, Arbeits- und Wohnumfelds Stadt in Kauf nehmen wollen.

Die FVAG hat sich zum Ziel gesetzt, den Rad- und Fußverkehr an der Universität und in der Stadt Braunschweig zu fördern.

Das bedeutet zum Beispiel:

  • Fahrradroute zwischen dem Zentralbereich und dem Ostbereich der TU
  • Aufhebung der Einbahnstraßenregelung für Radelnde
  • Verflechtung des Fuß-, Rad- und Autoverkehrs auf allen Straßen im TU-Zentralbereich, d.h. Verkehrsberuhigung (mittlerweile umgesetzt; Fahrradstraßen)
  • Ausreichende Anzahl von Radabstellanlagen in qualitativer Abstufung
  • Verbesserung der Zuwege zur TU für den Rad- und Fußverkehr
  • Parkraumbewirtschaftung auf dem Campus
  • Einrichtung von Bike-and-Ride-Plätzen an Straßenbahn- und Bushaltestellen
  • Einrichtung einer Fahrradstation am Hauptbahnhof (erledigt)
  • Fahrradgerechte Ampelschaltungen
  • und nicht zuletzt Bildungs- und Aufklärungsarbeit durch die Organisation von Vorträgen, die Konzeption von Ausstellungen, die Erarbeitung von Infomaterial etc.